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WunschKindWege Vom Kinderwunsch bis in die Stillzeit
September 5, 2026

Warum es WunschKindWege gibt – Anjas Sicht

Anja Winter fliegt Gleitschirm vor Bergkulisse

Ich arbeite mein ganzes Leben mit Kindern. Angefangen hat das im Kinderturnen, vor über zwanzig Jahren, und es hat nie aufgehört – bis heute, im Ehrenamt. Ich war auch schon in Grundschulen unterwegs, zu Gesundheit und Nachhaltigkeit. Ich liebe Kinder. Sie haben uns Erwachsenen einiges voraus: Sie sind neugierig, unbedarft und gehen erst einmal immer vom Besten aus.

Deshalb wollte ich auch beruflich mit Kindern arbeiten. Therapeutisch, meine ich – nicht als Kinderärztin, sondern als jemand, der hinschaut, was ein kleiner Körper braucht, bevor daraus ein großes Thema wird. Bei Kindern werden Grundsteine gelegt, und sie regulieren erstaunlich gut, wenn man ihnen die richtigen Bedingungen gibt. Das hat mich fasziniert, und das tut es bis heute.

Aber die Praxis hat mir etwas gezeigt, das ich so nicht erwartet hatte.

Die Schuldfrage

Wer ein Kind behandelt, behandelt eigentlich eine Familie. Ein großer Teil der Arbeit ist Elternarbeit: erklären, begleiten, entlasten. Und fast immer taucht irgendwann eine Frage im Raum auf, die niemand ausspricht und die trotzdem alles färbt – habe ich etwas falsch gemacht? Beim Stillen, in der Schwangerschaft, davor. Diese Frage ist selten hilfreich und fast nie berechtigt. Aber sie ist da, und sie kostet Kraft, die eigentlich dem Kind gehören sollte.

Irgendwann habe ich verstanden, dass ich zu spät ansetze. Die Zeit, in der man wirklich etwas bewegen kann, liegt nicht in der Kindheit und nicht einmal in der Schwangerschaft. Sie liegt davor – in der Zeit, in der man am meisten bewegen kann. In den Monaten, in denen eine Eizelle heranreift, in denen Nährstoffspeicher gefüllt oder eben nicht gefüllt werden, in denen die Schilddrüse ihre Arbeit tut oder nicht. Was dort passiert, wirkt neun Monate später und Jahre darüber hinaus – und niemand muss sich dafür später eine Schuldfrage stellen, weil man es vorher einfach gut gemacht hat.

Der Kurs, den niemand gebucht hat

Also habe ich Kurse zur Kinderwunsch-Vorbereitung konzipiert. Mehr als einen. Und niemand hat sie gebucht.

Rückblickend war das kein Wunder. Ich war noch niemand. Ich hatte viel Erfahrung – vor allem bei Mikronährstoffen und Hormonen –, einige Aus- und Weiterbildungen und das Theoriewissen aus dem Studium. Für eine präventive Vorbereitung auf eine Schwangerschaft hat das gereicht. Aber es hat eine Weile gedauert, bis ich den eigentlichen Grund verstanden habe. Er ist einfach: Eine Frau, die schwanger werden will oder es gerade geworden ist, hört auf ihre Hebamme oder ihren Frauenarzt. Das ist keine Ignoranz, das ist Vertrauen – und es ist richtig so. Eine Heilpraktikerin, die von außen ruft „ich hätte da noch etwas“, steht in dieser Situation neben der Tür, nicht in ihr.

Dabei habe ich in meiner Praxis in Bayreuth immer wieder Frauen gesehen, denen genau eine Sache fehlte: jemand, der zwischen den Welten übersetzt. Die Laborwerte lagen vor, der Arztbrief auch, alles war „im Normbereich“ – und trotzdem blieb ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt und dass niemand Zeit hat, es zu erklären. Und trotzdem sind Symptome da – Symptome, die als „normal“ abgetan werden. Kein Symptom ist normal. Jedes Symptom zeigt uns, dass etwas fehlreguliert ist.

Mit der Hebammenpraxis vor Ort hatte ich schon lange einen guten Austausch. Mich hat die Hebammenarbeit immer fasziniert: diese Mischung aus Nähe, Handwerk und Verantwortung, die im Sprechzimmer selten Platz hat. Die Lösung lag also nicht darin, lauter zu rufen. Sondern darin, auf die richtige Seite der Tür zu kommen.

Grit

Grit und ich haben uns im Studium kennengelernt – Naturheilkunde und komplementäre Heilverfahren, ein Bachelor of Science in Vollzeit, den wir beide irgendwie neben unserem vollen Alltag gewuppt haben und der einen zwingt, das eigene Erfahrungswissen an der Studienlage zu messen. Wir hatten von Anfang an einen guten Draht. Sie kam aus der Hebammenarbeit mit über zwölf Jahren Erfahrung, ich aus der funktionellen Medizin, und in unseren Gesprächen haben sich diese beiden Blickwinkel ständig ergänzt, ohne dass wir es geplant hätten.

Irgendwann habe ich sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, so ein Projekt mit mir zu machen. Sie hat Ja gesagt.

Was jede von uns mitbringt, ist unterschiedlich, und genau das ist der Punkt. Mein Feld sind die funktionellen Themen: Nährstoffe, der Darm, Stoffwechsel, chronische Erkrankungen und wie sie zusammenhängen. Meine Abschlussarbeit war ein systematisches Review nach Cochrane-Standard über die Auswirkungen von Ernährungsinterventionen auf Stoffwechsel- und Laborwerte bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen – eine Arbeit, die mir vor allem beigebracht hat, wie man belegte von plausiblen Aussagen trennt. Grit bringt aus über zwölf Jahren Hebammenarbeit den Blick auf Zyklus, Hormone und den Körper der Frau mit – und das Gespür dafür, wann etwas ärztlich abgeklärt gehört. Und wir beide haben eine Hormonausbildung mit dem Schwerpunkt Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit gemacht, damit wir dieselbe Sprache sprechen, wenn wir über einen Fall reden.

Was ich selbst gern früher gewusst hätte

Ich habe drei kleine Kinder. Das Bild über diesem Beitrag ist aus der Zeit davor: Bevor die Kinder kamen, bin ich Gleitschirm geflogen – die da oben unter dem Schirm bin ich. Alle drei sind ohne große Umwege gesund auf die Welt gekommen, und dafür bin ich dankbar. Und trotzdem: Wenn ich heute zurückschaue, sehe ich deutlich, wie viel besser ich mich auf die ersten beiden Schwangerschaften hätte vorbereiten können. Nicht, weil etwas schiefgegangen wäre. Sondern weil ich damals nicht wusste, was ich hätte wissen können – und weil niemand da war, der es mir in Ruhe erklärt hätte.

Das ist vermutlich der eigentliche Grund für WunschKindWege. Nicht die Kurse, die keiner gebucht hat, und nicht die Schuldfrage in der Praxis. Sondern der Wunsch, dass andere Frauen das haben, was mir gefehlt hat: jemanden, der die Befunde einordnet, der sagt, was belegt ist und was nicht, und der dabeibleibt.

Was das für dich heißt

WunschKindWege ist die Brücke, die uns beiden in der Praxis gefehlt hat. Hebamme und Heilpraktikerin, Schulmedizin, funktionelle Medizin und Naturheilkunde, Erfahrung und Studienlage – nicht gegeneinander, sondern miteinander, und immer evidenzbasiert. Ohne Versprechen, ohne Druck, und ohne dass du dir hinterher eine Schuldfrage stellen musst.

Wie Grit zu WunschKindWege gekommen ist, erzählt sie selbst – im nächsten Beitrag.

Wenn du wissen willst, womit du anfangen kannst: Unser kostenloser Guide „Die 7 häufigsten Fehler beim Kinderwunsch“ ist genau dafür geschrieben.

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